25. Dezember 2006

Weihnachten in Spanien

Weihnachten verbringe ich zusammen mit einigen Deutschen (die, die auch auf die Tour durch den Süden mitkommen) und dem kläglichen Rest von Erasmus-Studenten, die in Gandia geblieben sind. Hier startet dann am Montag auch die Tour durch Südspanien und Portugal.

Am 23. gehts nach einem leckeren Abendessen in die Kneipenszene Gandias. Doch anscheinend sind alle beim relaxen zuhause – die Bars sind jedenfalls relativ leer. Aber das hindert uns noch lang nicht, gleich wieder nach Hause zu gehen ...

Nach angemessener Nachtruhe gönnen wir uns an Heilig Abend erst mal ein ausgiebiges Frühstück, bevor wir dann nach einem kurzen Regenschauer an den Strand gehen, um die obligatorischen Weihnachtsfotos mit Palmen, Meer und Strand zu machen – zum Glück haben wir die Nacht vorher noch Nikolausmützen geschenkt bekommen ;-) Die sind dann auch das auffälligste, als wir noch die letzten Einkäufe für unser Weihnachtsmenü machen – alle Leute grinsen, wenn sie uns so durch die Straßen und Geschäfte gehen sehen...

Am frühen Abend gehts erst mal mit einem wärmenden Glühwein los, bevor wir dann endlich unser 3-Gänge-Menü zubereiten... ok, Menü ist es keins, aber drei Gänge hat es! Obwohl wir uns danach eigentlich nicht mehr bewegen können, machen wir einen kleinen Verdauungsspaziergang an den Strand – und wenn sonst schon nicht wirklich Weihnachtsstimmung aufkommt, singen wir wenigstens einige Weihnachtslieder auf dem Weg dorthin ... oder versuchen es zumindest :-)

24. Dezember 2006

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Liebe Freunde,

ich möchte euch auf diesem Weg ein frohes Weihnachtsfest wünschen! Feiert schön und lasst euch beschenken!

Gleichzeitig wünsche ich euch allen ein gesundes, glückliches und erfolgreiches neues Jahr, da ich bis dahin wegen meines Spanientrips wahrscheinlich nicht mehr im Internet anzutreffen sein werd!

Bis bald und alles Gute!

23. Dezember 2006

Auf dem Weg Richtung Süden

Endlich sind die Weihnachtsferien da! Auf gehts in Richtung Süden, denn die Weihnachtsferien verbringe ich auf einem Trip durch den Süden Spaniens und Portugal. Doch bis es so weit ist, liegen noch einige interessante Städte auf dem Weg. Den ersten Stop lege ich in Segovia ein. Leider ist die Stadt total im Nebel versunken, was nicht gerade zu den angenehmesten Temperaturen beiträgt. Trotzdem ist der riesige römische Aquädukt richtig beeindruckend. In den gepflasterten Gassen der Fußgängerzone der Altstadt ist richtig viel los, was die Stadt richtig nett erscheinen lässt. An Sehenswürdigkeiten hat Segovia neben der ziemlich großen und schönen Kathedrale noch den berühmten Alcázar zu bieten, der eher wie ein Märchenschloss aussieht, das auf einem Felsvorsprung steht.

Auf dem weiteren Weg nach Ávila liegt ab und zu etwas Schnee an der Straße und auf den Dächern der kleinen Dörfer. Die Stadt selbst hat eigentlich nicht wirklich viel zu bieten, außer die wuchtigen Granitmauern, die die Altstadt umgeben. Natürlich lasse ich mir es nicht entgehen, die Mauern zu besteigen und die Stadt von oben zu betrachten. Dort fällt es erst richtig auf, dass die Kathedrale in die Stadtmauer hineingebaut ist!

Der weitere Weg führt auf einen 1.300 Meter hohen Pass, wo natürlich Schnee liegt. Zwei Tage vor Weihnachten kommt endlich etwas Weihnachtsstimmung auf (was man ja zu der Zeit in Deutschland nicht behaupten kann ;-)), doch schon auf der anderen Seite der Gebirgskette ist wieder Sonnenschein pur und keine Spur mehr von Schnee...

Die nächste Stadt und Übernachtungsstopp ist Toledo im Süden von Madrid. Die Altstadt trohnt auf einem Berg, und dementsprechend unergründlich ist das Labyrinth der tausend kleinen Gassen, wo aber kein Mensch unterwegs ist. Kurios ist, dass eine Rolltreppe die ganzen Touristen auf den „Berg“ bringt. Wahrzeichen der Stadt ist die quadratische Alcázar, die zusammen mit der schönen, aber total eingebauten Kathedrale das Stadtbild dominiert. Wenn etwas mehr Leute unterwegs wären und es nicht ganz so saukalt wär, könnte man ewig durch die Gässchen streifen ...

Am nächsten Morgen, als ich aus dem Fenster schau, ist es bewölkt ... als ich aus dem Haus gehe, sehe ich, dass es geregnet hat ... und als ich an der Straße entlang zum Auto geh, kommen mir Autos entgegen, die mit 10 cm Schnee bedeckt sind!! Rund um Toledo liegt dann auch relativ viel Schnee, doch das ändert sich relativ schnell. Auf der Fahrt durch flaches Land kommt erst mal gar nix, außer mit Schnee bedeckte Weinfelder. Häuser sieht man eigentlich überhaupt keine. Als dann endlich die Sonne rauskommt und der Schnee immer weniger wird, sieht man das schöne Ensemble von roter Erde und dem grün der Pinien- und Olivenbäume... Auf dem Weg komme ich an den Windmühlen von Don Quijote vorbei, mit denen er irgendwann gekämpft hat. Danach taucht ein kleiner Ort mit einer riesigen Burg auf. Eigentlich wollte ich noch einen kleinen Abstecher nach Cuenca machen, doch da im Radio ständig Schneewarnungen durchgesagt werden, fahre ich auf direktem Weg nach Valencia weiter. Schon nach kurzem komme ich an einem Autounfall mit 5 Autos vorbei, die an einer schattigen Stelle auf Eis und Schnee ins Schleudern gekommen sind. Weiter gehts durch einem Flickenteppich aus roten, braunen und grünen Feldern bei strahlend blauem Himmel. Das Wetter wird dann leider wieder schlechter, deswegen macht die Stadtbesichtigung nicht wirklich viel Spaß. Trotzdem scheint Valencia eine recht schöne Stadt zu sein, mit vielen schönen Bauten, Palmen und einer großen Stierkampfarena. Sehr nett ist das Barrio Carmen, doch die Häuser würden teilweise schon eine Renovierung vertragen!

Auf dem letzten Stück nach Gandia stehen die Mandarinenfelder unter Wasser, es fängt an, in Strömen zu regnen. Doch da es schon abends ist, macht das nicht mehr wirklich viel...

Verrückte Spanier

Die Spanier sind echt ein verrücktes Volk. Zu Weihnachten gibt es eine Lotterie (Lotería de Navidad), bei der ungefährt 99 % aller Spanier mitmachen. Die Lose kann man schon Monate vorher kaufen, in so ungefähr jedem Laden oder Lokal. Am 22.12. ist es dann so weit: die große Verlosung. Schon morgens geht es los, in jedem Radio- und Fernsehsender sieht und hört man den ganzen Vormittag nichts anderes, außer die Kinder, die die Nummern und Preise ziehen und dann in einer ziemlich komischen Melodie vorsingen... Natürlich wird in den Nachrichten den ganzen Tag fast nur davon berichtet, wer denn den Hauptgewinn hatte, und welche Region oder Dorf die höchste Summe einstecken durfte ... und am nächsten Tag sind die Zeitungen etwa doppelt so dick wie normal, da sämtliche Losnummern mit Gewinnen in jeder Zeitung gedruckt werden ... naja – versteh einer die Spanier ;-)

16. Dezember 2006

Wie war das noch mit dem Text der Nationalhymne?

Jeder erinnert sich ja bestimmt an den Skandal, als bei einem offiziellen Anlass eine bestimmte Person beim Singen der Nationalhymne nicht ganz textsicher war ... Auf jeden Fall sitzen wir (vier Deutsche, vier Franzosen und eine Amerikanerin) gemütlich bei Essen und Wein, als jemand unbedingt wissen will, wie sich denn die deutsche Hymne anhört. Naja, wir kommen also nicht aus und singen – wie sich das gehört – ohne Probleme DAS deutsche Lied (also, der Text war zumindest gut, über die Qualität des Singens lässt sich streiten). Natürlich fordern wir „Revanche“ von den Franzosen ... und da siehts mit dem Text schon nicht mehr so toll aus – zwei singen also die Hymne in Playback . Und zu guter Letzt: die amerikanische Hymne ... wie war gleich nochmal der Text? Und die Melodie? Sie wusste es wirklich nicht – eine Amerikanerin, die den Text der Hymne nicht weiß? Das Land des Patrionismus überhaupt ... mit Hilfestellung von uns Deutschen hat sie es dann auch noch auf die Reihe bekommen ... mehr oder weniger zumindest ;-)

12. Dezember 2006

Wein und Stierkampf

Am Samstag brechen wir nach einem kleinen Einkauf von spanischen Spezialitäten für Moni auf Richtung Osten. Das Wetter ist traumhaft, blauer Himmel und Sonnenschein, und von der Straße aus haben wir eine super Fernsicht über die hügelige und sehr abwechslungsreiche Landschaft zwischen Burgos und Logroño (doch auch bei diesem Wetter ist in Spanien der Winterdienst unterwegs und streut vorsorglich gleich tonnenweise Salz). Wir befinden uns also im Paradies des spanischen Rotweins, in La Rioja. So weit man sieht erstrecken sich die Weinreben. Da es in La Rioja anscheinend außer Wein nicht viel zu sehen gibt, machen wir nur einen kurzen Zwischenstopp in Logroño, das sich als nette Stadt entpuppt, aber auch nichts Besonderes ist.

Also geht es weiter Richtung Pamplona. Doch auf der optisch tollen Strecke halten wir zuerst in Estella, einer Kleinstadt mit einem mittelalterlichen Kern. Von einem kleinen Hügel haben wir einen super Blick über den Ort. Kurz danach kommen wir an Puente de la Reina vorbei, wo sich alle Jakobswege zu einem vereinen. Der Ort hat ebenfalls ein sehr mittelalterliches Ambiente und besitzt eine sehr gut erhaltene römische Brücke.

Wir kommen endlich in Pamplona an, können kostenlos parken und haben eine Unterkunft mitten im Zentrum. Natürlich ist die berühmte Stierkampfarena Pflichtbesuch, wenn sie auch nicht besonders schön ist. Wir gehen danach den Weg nach, wo im Juli bei den berühmten Sanfermines die Stiere durch die Innenstadt getrieben werden, und machen einen Tour durch die sehr schöne Altstadt. Leider regnet es fast den ganzen Abend, deshalb verbringen wir viel Zeit in Cafés. So auch im Lieblingscafé von Ernest Hemingway, durch dessen Buch „Fiesta“ oder auch „The Sun also Rises“ Pamplona erst weltbekannt wurde. Dieses Café hat wirklich Ambiente und bei einer Chocolate (also heißem Pudding) fühlen wir uns gleich ein bisschen schlauer als wir eh schon sind ;-)

Wieder auf der Straße, kommt uns eine Gruppe Spanier entgegen, die für irgendwas baskisches demonstrieren oder was auch immer (Navarra identifiziert sich auch mit dem Baskenland), auf jeden Fall war ihre Musik schon fast wie eine bayrische Blasmusik ... am Ende gönnen wir uns in einer Bar noch typischen Wein aus Navarra, bevor wir versuchen, in unserem Zimmer mitten in der Kneipenzone einzuschlafen ...

Am Sonntag erkunden wir das Umland von Pamplona und kommen zuerst an eine spektakuläre Schlucht, wo wir den Spazierweg entlanggehen. Auf der Weiterfahrt kommen wir an ein Kloster in wirklich traumhafter Lage mit Blick auf einen Stausee, an dem wir die nächsten Kilometer entlangfahren werden. Da das Wetter und die Fernsicht herrlich sind, ist die Fahrt ein Genuss. Unterschiedlichste Gesteinsformen wechseln sich ab, und plötzlich sind im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen zu sehen. Im Anschluss kommen wir an einigen verfallenen Orten vorbei, und genauso ausgestorben scheint die ganze Gegend zu sein – kilometerlang sind wir allein auf der Straße unterwegs.

Endlich erreichen wir Sos del Rey Católico, ein mittelalterliches Dorf, das sehr schön auf einem Hügel liegt. Wir fühlen uns wirklich in eine andere Zeit zurückversetzt, nur die Komplettbeschallung des Ortes mit Weihnachtsmusik stört etwas...

Au
f dem Rückweg kommen wir noch in Sanüesa vorbei, wieder mit mittelalterlichem Kern, doch da wir davon schon genug gesehen haben, machen wir uns auf den Rückweg nach Burgos.

Hier gönnen wir uns erstmal einen schönen Adventssonntag, da mir Moni Glühwein, Plätzchen und Adventskranz mitgebracht hat ... denn hier in Spanien kennt man ja sowas nicht.

Moni fährt am Montag dann nach Bilbao, während ich wieder in der Vorlesung sitzen muss, bevor sie dann vollbepackt mit spanischem Essen am Dienstag wieder in die Heimat aufbricht.

Wir hatten wirklich tolle Tage hier, viel gesehen und viel erlebt. Ich habe hiermit alle Regionen im Norden Spaniens gesehen ... und freu mich jetzt auf den Süden!

Schön, dass du da warst, Moni!!

Asturien: Sonne, Strand und Schnee

Obwohl wettertechnisch nicht wirklich optimistische Voraussagen existieren, lassen wir uns nicht abschrecken, nach Asturien zu fahren (da soll es sowieso die meiste Zeit regnen). Es schüttet anfangs auch ohne Ende, doch plötzlich reißt es etwas auf und wir haben einen super Blick auf die Ausläufer der Picos de Europa und die Täler dazwischen. Anscheinend ist es hier nicht oft sonnig, denn an den Bäumen wachsen grünliche Flechten – sieht aus wie im Zauberwald :-)

Nach einiger Zeit und einer Kaffeepause in einem ziemlich ausgestorbenen Ort kommen wir an unser erstes Ziel: Covadonga. Das ist ein Kloster in wirklich schöner Lage, und man merkt, dass es auch für viele Spanier ein Touristenziel ist. Obwohl wir auf der Straße so gut wie keinen Autos begegnet sind, laufen hier plötzlich doch einige Touristen rum. Dieser Ort gilt als Ursprung der Reconquista in Spanien und deshalb wohl ein wichtiges Symbol für die Spanier.

Nach einer kurzen Mittagspause fahren wir weiter an die Küste in das Fischerstädtchen Ribadesella, der über eine wirklich schöne und denkmalgeschützte Altstadt verfügt. Etwas versteckt hat man Zugang zur etwas rauen Steilküste mit ihrem kleinen Sandstrand. Anscheinend sind hier Süßigkeiten sehr beliebt, da wir einen Laden entdecken, in dem wirklich alles an Gemüse und Tieren aus Schokolade oder Marzipan im Schaufenster liegt – sogar Plätzchen sind dabei!

Nächster Stopp ist Lastres, ein kleiner Fischerort, in dem wirklich jedes Eck ausgenutzt ist. Die Häuser stehen so eng zusammen, dass überall nur über Treppen und kleine Gassen Zugang besteht. Der Ortskern besteht aus uralten Häusern aus Stein mit uralten Wegen aus Stein. Obwohl es schon dämmert – oder gerade deswegen – haben wir von oben einen super Blick über das Dorf und auf das Meer raus.

Dann wird es auch langsam Zeit, sich auf den Weg nach Oviedo zu machen, wo wir unsere Nacht verbringen werden. Wir haben ja hier in Spanien das Glück, dass wir eine Stunde länger bei Tageslicht genießen können, was natürlich bei solchen Ausflügen sehr von Vorteil ist!

In Oviedo finden wir schon nach kurzem unsere Unterkunft – und man glaubt es nicht, aber das komplette Zimmer wie auch das Bad ist in sämtlichen Rosatönen, die man sich vorstellen kann, eingerichtet. Sogar der Kitt zwischen den Fließen ist rosa! Naja, gut dass wir Mädels sind ... aber anscheinend gibt es für jede Kategorie von Gästen eine andere Zimmerfarbe; zumindest unsere Nachbarzimmer ist in grün gehalten ...

Die Leute hier in Asturien scheinen generell sehr auf Farben zu stehen. Vielleicht kommt es daher, dass hier oft Nebel ist und es viel regnet. Auf jeden Fall sieht man ziemlich oft ziemlich bunte Häuser. Mal in knallblau (das ist auch die Nationalfarbe von Asturien), dann in rot, rosa, lila, magenta, gelb, grün ... eben alles, was es so gibt, und alles in wirklich intensiven Farben. Nur nicht so optimal, wenn sich die Nachbarn farblich nicht abstimmen ;-)

Oviedo ist eine richtig schöne Stadt mit super Weihnachtsbeleuchtung, was uns natürlich verpflichtet, einen ausgieben Spaziergang durch die Stadt zu machen. Je später es wird, umso mehr Studenten sieht man auf den Straßen bzw. in den unzähligen Sidrerías, wo der typische Sidra ausgeschenkt wird. Das ist eine Kunst für sich, denn die Kellner halten die Flasche über den Kopf und schenken dann in das Glas ein, das sie mit der anderen Hand so weit unten wie möglich halten. Je nach Können verschütten sie dann eben mehr oder weniger. Auf jeden Fall ist es für uns sehr amüsant, dabei zuzuschauen!

Am nächsten Tag fahren wir nach unserem Frühstück, einem Spaziergang durch die Stadt bei Tag und der Erkenntnis, dass Oviedo auch bei Tageslicht schön ist, weiter durch schöne Landschaft nach Cudillero. In einem Taleinschnitt sind die Häuser an den steilen Felswänden hochgebaut, vom kleinen Hafen haben wir einen super Blick über die Küstenlinie. Und natürlich müssen wir hier endlich den obligatorischen und typischen asturianischen Sidra kaufen. Wie man den trinkt, haben wir ja schon in Oviedo erfahren ...

Auf dem weiteren Weg haben wir weniger Glück mit dem Wetter, es ziehen ziemlich schwarze Wolken auf und so ist es in Luarca, was auch so nicht wirklich sehenswert ist, nicht nur kalt sondern auch noch regnerisch. Deshalb fahren wir nach einem kurzen Stopp in einem gerade stattfindenden Markt und einer spanischen Empanada weiter, um noch rechtzeitig zu einem Keltendorf ganz in der Nähe zu kommen. Das Wetter ist dann auch wieder schön, doch leider kommen wir etwas zu spät und wir können die Ausgrabungen nicht mehr besichtigen. Doch auch vom Hang gegenüber sehen wir gut auf das Dorf.

Der nächste Abschnitt der Strecke ist ein Genuß für die Augen. In engen Serpentinen fahren wir Berge rauf und wieder runter und hab
en dabei immer wieder neue faszinierende Panoramen. Als wir schon einigermaßen lang unterwegs sind und noch nicht wirklich Strecke gutgemacht haben auf der Karte, sind wir schon ziemlich hoch oben – und plötzlich gibt es Schneeregen! Der erste Schnee, den ich in Spanien seh! Die Freude wird größer, als der Schneeregen in Schnee übergeht, doch als es noch immer kurvig bergauf geht, ist die Freude langsam vorbei und es wird eher zur Geduldsprobe ... glücklicherweise haben wir Winterreifen auf meinem Auto, und ein paar Autos fahren vor uns ... es ist inzwischen mehr ein Schneesturm, die Straßen sind mit 15 – 20 cm Schnee bedeckt, einige Autos werden weitergezogen ... außerdem wird es schon ziemlich dunkel. Und wir sind noch lange nicht in Burgos. Wir entscheiden, erst einmal bis zum nächsten Dorf zu fahren, langsam werden die Kilometeranzeigen dorthin auch weniger ... und nach etwa 45 Minuten im Schnee sind wir endlich wieder auf freien Straßen, es geht bergab und wir erreichen den Ort. An der Tankstelle empfehlen sie uns, auf keinen Fall unsere eigentlich geplante Strecke zu fahren, da dort noch einge höhere Pässe zu fahren wären. Also müssen wir die gebührenpflichtige Autobahn nehmen – wohl die beste Wahl, denn auch dort fahren wir nochmal kurz im Schnee. Aber am Ende kommen wir ziemlich spät wieder gut in Burgos an ... und es gibt erst mal was richtiges zu Essen ... Eine tolle Reise, die am Ende eher ein Abenteuer war!

Moni zu Besuch

Endlich ist es so weit: die Woche mit zwei Feiertagen ist da! Denn Spanien feiert noch ein paar Feiertage mehr als wir in Deutschland, und so eben auch den 6. und 8. Dezember. Und weil die Moni grad nix zu tun hat, hat sie die super tolle Entscheidung getroffen und mich in Spanien besucht!

Nachdem sie am Mittwochabend endlich ankommt, steht natürlich zuerst die obligatorische Tour durch Burgos auf dem Programm. Es ist zwar ziemlich kalt, aber die Stadt ist mit Weihnachtsbeleuchtung noch schöner (wenn die auch ab und zu ziemlich kitschig ist). Danach gehen wir noch in ein ein paar Kneipen das ein oder andere Bierchen trinken, und schon ist es an der Zeit, uns für die nächsten Tage etwas auszuschlafen.

27. November 2006

Plätzchen backen in Spanien

In einem anderen Land zu leben ist ja gut und schön, aber auf einige deutsche Traditionen kann man eben nicht verzichten. Und dazu gehören eindeutig: Plätzchen in der Vorweihnachtszeit! Also fahren Alexia, Heidi und ich am Samstag Nachmittag Einkaufen, doch das gestaltet sich erstmal schwieriger als erwartet: die Spanier verfügen nämlich nicht wirklich über die ganzen Zutaten, die man eben für gute Plätzchen benötigt (wie Puderzucker, gemahlene Nüsse, Marzipan, Vanillezucker). Also klappern wir einen Laden nach dem anderen ab – bei Lidl finden wir dann immerhin deutsche Lebkuchen und Spekulatius, und nach langer Suche und mit den Nerven am Ende haben wir dann nach und nach alles zusammen, was wir brauchen. Also starten wir endlich mit backen, was dann seine Zeit dauert. Bisschen improvisieren ist auch gefragt, da wir natürlich keine Waage haben (also schätzen bzw. mit Messbecher), kein Nudelholz (also mit einer Weinflasche), keinen Pinsel zum Bestreichen usw. Zwischendrin kommt dann noch Christine vorbei und macht uns leckeren Punsch (da es hier anscheinend auch keinen Glühwein gibt), um die Weihnachtsstimmung perfekt zu machen. Die Plätzchen werden wirklich gut – fast wie zuhause – und um 11 Uhr abends, pünktlich zum Weggehn, haben wir dann auch endlich alle Teige verarbeitet und sind doch ein bisschen fertig – was uns aber natürlich nicht vom Weggehn abhalten kann ... Die Plätzchen werden zwar auf keinen Fall bis Weihnachten reichen (obwohl jede drei Tupperschüsseln davon hat), aber immerhin hatten wir auch hier in Spanien welche – und unseren Spaß beim Backen. Und Lebkuchen usw. gibts ja auch bei Lidl in Spanien!

20. November 2006

De Fiesta en Madrid

Lang hat’s gedauert, aber endlich ist das Wochenende da: Party in Madrid!!! Zur Ehre von Katharina, die mal schnell für ein Wochenende von München nach Madrid fliegt, bin ich natürlich zur Stelle und wir treffen uns in Madrid – genauso wie Lisa, die gerade in Gandía studiert und mit Kathrin angereist ist ... Als ich am Samstag Mittag ankomme, wecke ich erstmal die Mädels, die noch etwas geschlaucht sind von der vorherigen Nacht. Doch nichts desto trotz machen wir uns nach einem kleinen Frühstück auf eine Sightseeing-Tour durch Madrid, die aber wegen ekligem Nieselregens gar nicht so berauschend wird. Aber wozu gibt es Cafés ... Wir sehen trotzdem den Großteil von Madrid’s Touristenzielen, doch nach stundenlangem und kilometerweitem Fußmarsch reicht es dann auch für’s erste. Schließlich soll auch noch Zeit zum Stylen für Madrid’s Nacht bleiben! ;-)

Nach einem Döner (das perfekte Abendessen vorm Weggehn) geht es erst mal in eine ganz gemütliche Bar, bevor wir ins „Kapital“ ziehen. Das „Kapital“ ist eine 7-stöckige Discothek, in der man regulär mal schlappe 15 € Eintritt zahlt – da wir aber gute Connections haben ;-) zahlen wir „nur“ 12 € incl. zwei Freigetränken – gar nicht mal so übel, wenn man bedenkt, dass kein Getränk unter 7 € kostet! Madrid eben...

Der Club ist dann auch wirklich gut, und „schon“ um zwei Uhr, als wir ankommen, ziemlich gut gefüllt. Klar gibt es für jeden Musikgeschmack etwas – und ich muss schon sagen, die Gogo-Tänzer sind echt lecker! :-)

Irgendwann geht dann auch die Nacht zu Ende und nach nur vier Stunden Schlaf heißt es auschecken aus dem Hostel. Dementsprechend anstrengend wird der Sonntag – doch wir wollen bei strahlendem Sonnenschein auf jeden Fall raus und besichtigen nicht wie geplant den berühmten Prado. Stattdessen schlendern wir durch den berühmtesten Flohmarkt Spaniens (man kann sich echt nicht vorstellen, wie groß der ist, wenn man ihn nicht selber gesehen hat – er erstreckt sich über ein ganzes Stadtviertel!), wo aber eindeutig viel zu viele Leute unterwegs sind. Also drehen wir noch eine Runde in Madrid, bevor wir uns eine spanische Paella gönnen und am Nachmittag die Sonne am Plaza Mayor ins Gesicht scheinen lassen. Dann ist das Wochenende leider schon wieder vorbei (obwohl ich mich schon wieder auf längere Nächte freue). Eigentlich bin ich ganz froh, nicht in Madrid zu wohnen, weil 1. zu teuer und 2. viel zu viele Leute die deutsch oder englisch sprechen - aber natürlich hat eine Großstadt auch seine Vorzüge....

Mädels, hat mich echt gefreut und riesig Spaß gemacht!!

18. November 2006

Fiestas de Químicas

Ausnahmezustand in der Chemie-Fakultät der Uni: Da am 17.11. Namenstag des Patrons dieser Fakultät ist (jede Fakultät hat hier einen eigenen Namenspatronen), ist die gesamte Fakultät schon Wochen vorher am Vorbereiten für die größte Feierlichkeit der Uni und der Stadt: die legendären Fiestas de Químicas. Erstmal bekommt jeder Student ein T-Shirt der Fakultät. Und da sie ja Chemiker sind, noch jeder einen weißen Kittel, auf dem dann gekennzeichnet ist, ob man „L“ ist – also ein Frischling an der Uni (kommt von den Fahrschulen – die haben immer ein „L“ auf dem Dach, und wenn man frisch den Führerschein gemacht hat, muss man im Auto hinten ein Jahr lang ein „L“-Schild hängen haben), oder schon XL oder XXXXXXXL (X steht für die studierten Jahre). Neun Tage vorher treffen sich dann alle Studenten der Fakultät morgens, um am ersten Tag einen Becher (ekligen) Rotwein zu trinken, am zweiten Tag zwei usw., bis zum Tag der Party eben neun Becher. An den ersten Tagen geht man dann auch noch regulär zur Vorlesung, doch die letzten Tage ist kurzerhand vorlesungsfrei ... auch nicht übel – nur blöd, dass ich nicht Chemie studiere ;-). Am Donnerstag ist also der erste Tag der Party – geht morgens los mit den neun Bechern und ziemlich bescheuerten Trinkspielchen (gut, dass ich nicht Chemie studiere), bevor dann am Abend mit zwei Live-Bands die eigentliche Party eingeläutet wird. Irgendwann erscheinen wir dann auch – die Busse in der Stadt sind restlos überfüllt, es werden Sonderbusse eingesetzt, schließlich müssen einige tausend Leute ans Ende der Stadt gekarrt werden. Vor dem Partygelände findet schon der typische Botellon statt – also trinken im freien – obwohl es ca. 5 Grad hat ... Spanier ... Endlich sehen wir dann das Partyzelt – kaum zu glauben, aber wahr: ein riesiges Bierzelt ... das ganze wird also zu einer Art Bierzeltdisco ausarten – ok, wenn wir da schon in Deutschland nicht hingehn, dann wenigstens in Spanien ;-). Es ist dann auch wirklich genauso, mit einer Besonderheit: es gibt Calimocho (also Wein mit Cola) aus der Zapfanlage ... Spanier.

Nicht, dass die Party nach einem Tag schon zu Ende wär. Erst mal geht es nach Ende der Bierzeltdisco weiter in die Innenstadt in die legendären Kneipenzonen – und am nächsten Abend fängt das ganze wieder von vorne an. Diesmal hören wir uns auch die Live-Bands an, die eigentlich ziemlich gute Musik machen, doch leider ist das Wetter an diesem Abend noch schlechter – es regnet in Strömen und ist ziemlich windig, natürlich auch dementsprechend kalt. Deshalb zieht es nicht wirklich viele Leute auf die Party ... und gibt uns die Gelegenheit, relativ früh wieder nach Hause zu gehen ... schadet auch mal nix.

5. November 2006

Spanien wird umgegraben

Ich hab mir ja bei meinen Ausflügen schon immer gedacht, dass es auffällig viele Baustellen in Spanien gibt (und bei jeder Baustelle steht ein Schild mit der Projektbeschreibung und den Kosten – auf den Cent genau). Die meisten Projekte sind irgendwie von Geldern der EU finanziert (wo Spanien bis jetzt noch größter Nettoempfänger ist – und Deutschland größter Nettozahler ... d.h. wir finanzieren das alles!). Heute hab ich in der Zeitung eine Anzeige gesehen mit einigen Baustellen in Burgos – wenn ihr euch das Foto anschaut, besteht Burgos also im Moment aus nichts als Baustellen ... das bläuliche ist das Stadtgebiet und die Pfeile zeigen alle auf Baustellen ;-) Dann stellt euch das ganze für fast jede Stadt und jedes Dorf in Spanien vor, zusätzlich noch die ganzen Straßenbauten ...

3. November 2006

Familie zu Besuch

So, eine Woche lang darf ich jetzt Reiseführer für meinen Vater und meine Brüder Thomas und Andreas spielen, die für fünf Tage zu Besuch sind und natürlich etwas vom Norden Spaniens sehen wollen.

SAN SEBASTIÁN UND BASKENLAND:

Am Montagmorgen machen wir uns nach einer sehr kurzen Nacht auf den Weg nach San Sebastián. Der Kommentar meines Vaters, als wir aus Burgos rausfahren: „Das sieht ja aus wie eine Mondlandschaft!“ So schlimm ist es dann auch wieder nicht, aber richtig, es ist schon etwas karg, bis wir einigermaßen nah an der Küste sind. Leider ist das Wetter an der Küste nicht so gut wie im Landesinneren, der Himmel ist nebelverhangen. Aber egal, wenn wir schon mal da sind schauen wir uns trotzdem die Stadt an. Danach fahren wir ein Stück an der Küste entlang, doch da das Wetter nicht besser zu werden scheint, geht es Richtung Landesinneres. Vorbei an einigen kleineren Ortschaften, die mehr Betonplattensiedlungen gleichen als Wohngegenden und nicht wirklich zum Wohnen einladen, erreichen wir den Berg Urkiola. Als wir auf den Pass fahren, haben wir schon eine fantastische Sicht auf die Umliegenden Berge. Oben angekommen, machen wir eine kleine Wanderung und sehen zu, wie die Sonne hinter den Bergen verschwindet...

BURGOS:

Am nächsten Tag steht Burgos selber auf dem Programm. Da ich der Uni kurz einen Besuch abstatte, machen sie die drei Männer selber auf den Weg und gehen (nach ihren Aussagen) kilometerweit durch Burgos. Natürlich darf der Besuch der Kathedrale nicht fehlen. Damit auch kulinarisch etwas typisches aus der Region auf den Tisch kommt, gehen wir am Abend gemütlich in ein spanisches Restaurant (nachdem wir am Tag vorher schon Paella gegessen haben und es mit meinen spanischen Kochkünsten nicht so weit her ist) und essen u.a. Morcilla (Spezialität aus Burgos = Blutwurst), eine typische Suppe mit Knoblauch und vielen Sachen vom Schwein sowie verschiedene Braten, die hier sehr oft auf der Karte stehen.

LEÓN UND UMGEBUNG:

Der dritte Tag führt uns zuerst nach León, einer mit Burgos vergleichbaren Stadt. Natürlich steht auch dort (wie in jeder Stadt in Spanien) eine Kathedrale; außerdem ist noch ein gutes Stück von den römischen Stadtmauern erhalten. Wir gehen durch die Innenstadt, da wir aber wegen dem Nebel nicht viel sehen, machen wir uns bald wieder auf den Weg. Vorbei an dem netten Städtchen Astorga erreichen wir schon nach kurzer Fahrt die kleine Straße, die uns durch das Bergland der Maragatería nach Ponferrada führen soll. Leider ist es am Anfang noch ziemlich neblig, doch das tut der Ursprünglichkeit dieser kleinen Dörfer am Wegrand keinen Abbruch. Die Gegend ist kaum bewohnt, doch die kleinen Siedlungen sind umso eindrucksvoller. Wir machen einen kleinen Spaziergang durch eines dieser Dörfer (Castrillo de los Polvazares), das unter Denkmalschutz steht – wohl zurecht, denn jedes Haus ist aus den gleichen roten Steinen gebaut, und grüne Farbe für Türen und Fensterläden gab es wohl zu einem Sonderpreis. Das Dorf erstreckt sich praktisch nur an der Hauptstraße entlang, die aus kleinen Steinen besteht und ziemlich holprig ist. Bis wir auf dem Pass angekommen sind, kommen wir noch an einigen halb verfallenen Dörfern vorbei. Als wir endlich oben sind, hat sich der Nebel endlich verzogen und wir haben einen super Ausblick auf die Umliegenden Gipfel und Täler.

Wieder unten angekommen, führt uns der Weg in das ehemalige Bergbaugebiet Las Médulas. Erst kurz vor dem kleinen Ort sieht man diese bizarre Berglandschaft – rote Gipfel ragen in die Höhe, mit Erde wie in Australien ... oder auf dem Mars. Dieses Gebiet ist eine fantastische Gegend, jedoch von Menschenhand geschaffen: Die Römer bauten hier Gold in den ersten Jahrhunderten n.Chr. Gold ab; durch die Überflutungen wurde der Berg teilweise zum Einsturz gebracht. Wir unternehmen eine kleine Wanderung und sehen das Gebiet aus der Ferne – genauso wie die umliegenden Bergketten. Doch erst nachdem wir mit dem Auto zu einem nahe gelegenen Aussichtspunkt gefahren sind, können wir von der anderen Seite das riesige Ausmaß dieses Gebiets (das übrigens Unesco Weltkulturerbe ist) sehen. Man kommt sich vor, wie auf einem anderen Stern...

SIERRA DE LA DEMANDA:

Wir fahren in die direkte Umgebung von Burgos Richtung La Rioja, in die Sierra de la Demanda. Schon nach kurzer Zeit erreichen wir nach abwechslungsreichen Landschaften einen ersten Stausee. Am Rand des Sees liegen Reste des Dorfes, das hier wohl einmal gestanden hat. Aufgrund der Wiesen in dieser Höhe sieht das Zusammenspiel vom Grün der Wiesen, dem klaren See und den Steinen aus, wie Bilder aus Schottland. Nach einem Spaziergang über die Staumauer führt uns der Weg weiter durch die Berge, wo an den Hängen verschiedene Baumarten wie mit dem Lineal gezeichnet abgetrennt sind. Vorbei an einem weiteren Stausee und einigen Schafherden auf der Straße kommen wir an den höchsten Punkt des Passes und gehen den Rest des Weges auf den Gipfel zu Fuß. Von dort oben (1.500 m) hat man einen tollen Blick auf die komplette Sierra. Auf der anderen Seite geht es natürlich auch wieder hinunter, vorbei an vielen traditionellen Dörfern und ständig wechselnden Landschaften. Bei einem kleinen Abstecher nach Neila treffen wir am Wegrand häufig Kühe an, die hier anscheinend ohne Zaun und Grenzen weiden dürfen.

Der beeindruckendste Teil der Strecke kommt jetzt: die Straße, die immer enger und kurviger wird, führt direkt an den Berghängen entlang, oberhalb eines Flusses und mehrerer Stausseen durch das Tal. An einem Stausee, der noch ziemlich neu zu sein scheint, sieht man noch Hauswände aus dem Wasser ragen. Auf der anderen Seite der Straße ragen die hohen Felsen empor, die teilweise grünlich sind. Überall, auch wenn der Untergrund noch so karg ist, sieht man Kühe, Pferde oder Schafe weiden, ab und zu steht ein alter Stall an den steilen Hängen. Auf der anderen Seite des Tals sieht man die Brücken der Wasserleitungen, die vor langer Zeit zum Bewässern der Weinstöcke im Tal gebaut wurden. Dort kommen wir dann nach einer langen, aber schönen Fahrt auch hin. (Jetzt weiß ich auch, warum der Wein aus dem Gebiet La Rioja rot ist: weil die Weinreben auf roter Erde wachsen ;-))

EL ESCORIAL:

Am letzten Tag machen wir uns früh bei Sonnenaufgang auf den Weg in Richtung Madrid. Bis zur Sierra de Guadarrama nördlich von Madrid scheint das Wetter noch einigermaßen schön zu sein, doch das ändert schlagartig, als wir die Berge erreichen. Ziemlich dichter Nebel und Regen wird uns den ganzen Tag begleiten. Also lassen wir die Stadtbesichtigung von Madrid sausen und fahren stattdessen zum Schloss bzw. Kloster San Lorenzo de El Escorial ein Stück nördlich von Madrid. Der Bau, der Weltkulturerbe ist (und von den Spaniern als achtes Weltwunder bezeichnet wird), ist der größte Renaissance-Bau der Welt und wird von der Größe der Grundfläche her nur vom Vatikan überragt. Das Schloss war Residenz der spanischen Könige, die alle in der Gruft bestattet sind. Der Rundgang durch das Gebäude ist ziemlich beeindruckend, nur der Blick von außen und die Aussicht wird von Nebel und Regen behindert.

Damit ist die Woche auch schon wieder vorbei. Wegen der Ausflüge habe ich viel von der abwechlungsreichen Landschaft Spaniens gesehen, die ich vorher noch nicht kannte, und außerdem durch die abgelegenen Dörfer ein bisschen das ursprüngliche Spanien kennengelernt.

30. Oktober 2006

Das ländliche Burgos

Nach einigen Tagen mit wirklichem Sauwetter und Regen, wie es ihn hier seit Jahren nicht gegeben hat (sagen zumindest alle), ist das Wochenende richtig sommerlich. Also ausnutzen und raus aus der Wohnung. Da ich am Sonntagabend meine Familie vom Flughafen in Madrid abhole, möchte ich einige kleinere Dörfer anschaun, die auf dem Weg liegen und die mir mein Reiseführer „empfiehlt“. Das erste davon ist Covarrubias, ein kleiner Ort mitten in der roten Landschaft mit vielen kleinen Gassen und Fachwerkhäusern. An den Wänden ranken sich Weinstöcke hoch. Das Dorf scheint wie ausgestorben, nur an einem Platz, der aussieht wie der Mittelpunkt des Ortes, scheinen alle Leute zu sein (natürlich bei Pinchos und einem Glas Wein). Der ganze Platz riecht nach Knoblauch von den umliegenden Restaurants und Bars, die gerade auf Hochtouren Mittagessen kochen.

Nach einem kleinen Spaziergang durch das Dorf fahre ich weiter nach Santo Domingo de Silos. Auf dem Weg dorthin ändert sich plötzlich die Landschaft und wie hingeworfen steht ein riesiger Berg, aber keiner wie die umliegenden mit Bäumen sondern nur aus Fels. In den Fels hinein hat ein kleiner Fluss eine enge Schlucht (Garganta de Yerma) gegraben, die man auf einem angelegten Weg begehen kann. Schon beeindruckend! Das Dörfchen um die Ecke ist irgendwie aus einer anderen Zeit, zumindest könnte man das meinen, wenn man die Schilder vor den kleinen Läden und Restaurants weglässt. Alle Häuser sind aus Stein gemauert, die „Straßen“ sind gerade so breit, dass ein Auto durchpasst. Leute sieht man hier natürlich auch keine, außer die Touristenscharen, die alle das Kloster im Ort besichtigen wollen.

Nur ein kurzes Stück weiter durch das Nichts (ok, ab und zu sieht man ein kleines Bauerndorf) befindet sich Lerma, das richtig herausgeputzt ist. Dort gibt es sehr viele alte Gebäude und ehemalige Adelshäuser, und man sieht, dass hier anscheinend nur reiche Leute gelebt haben müssen. Da es schon dämmert, mache ich mich auf den Weg zum Flughafen in Madrid ... was aber mind. eine Stunde länger dauert also sonst, weil anscheinend halb Spanien am Sonntagabend nach Madrid fährt ...

17. Oktober 2006

Am Ende der Welt ...

Endlich ein verlängertes Wochenende! 12. Oktober – sagt niemandem in Deutschland etwas, ist aber Nationalfeiertag in Spanien. Und da der glücklicherweise auf einen Donnerstag fällt, ist natürlich am Freitag nicht wirklich jemand an der Uni anzutreffen – genauso wenig wir... Sarah, Alexia, Heidi, Christine und ich machen uns mal wieder auf die Reise. Dieses Mal heißt unser Ziel Galicien, die Region, die angeblich die schönste in Spanien sein soll - und wo es fast immer regnen soll ... sind ja schöne Aussichten! Aber wieder einmal sollen wir Glück mit dem Wetter haben und das Wochenende bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen verbringen ...

Nach etwa drei Stunden Fahrt erreichen wir Lugo. Bis dahin ist die Fahrt noch
relativ eintönig; die Gegend sieht überall ziemlich gleich aus, doch im Hintergrund sieht man schon Berge. Außerdem fahren wir ein Stück am berühmten Camino de Santiago entlang. Die Pilger gehen direkt neben der Straße – ist nicht wirklich romantisch. Also, Lugo: Die Altstadt ist umgeben von ziemlich dicken und hohen Mauern, auf denen man die Stadt umrunden kann. Zufällig findet in der Altstadt, die komplett unter Denkmalschutz steht, ein mittelalterlicher Markt statt, auf dem anscheinend ganz Galicien anwesend ist. Außer der Altstadt gibt es in Lugo nicht viel zu sehen, also fahren wir weiter Richtung Küste. Die Gegend ist wahnsinnig schön; hügelig, alles ist grün, Wälder wechseln sich mit Weiden ab. Überall sieht man Pferde oder Kühe und dazwischen kleine Dörfer. Die Wiesen sind irgendwie grüner als bei uns, die Erde ist viel schwärzer, ab und zu sieht man wieder terracotta-farbene Erde. In Viveiro treffen wir zum ersten Mal auf das Meer (Rías Altas) und machen eine kurze Pause und einen kleinen Spaziergang durch das Örtchen. Danach fahren wir an der Küste weiter und kommen durch unzählige kleine Ortschaften. Leute sieht man nicht viele, und wenn dann sind sie ziemlich alt. Oft hat man von der Straße einen grandiosen Blick auf die Küste und das Meer.

Die erste Nacht verbringen wir in A Coruña, der „Stadt aus Glas“. Fast alle Häuserfronten haben eine zweite Glasfront, die vor Wind und Kälte schützt. In der Altstadt mit ihren vielen kleinen Plätzen reihen sich die Bars aneinander und abends ist deswegen dementsprechend viel los. Am nächsten Morgen drehen wir einige Runden in der Stadt (aus der man anscheinend nicht hinausfinden soll) und sehen dabei die Küstenlinie und einige Monumente, die etwas weiter von der Innenstadt entfernt sind. Als wir endlich draußen sind, fahren wir an der Costa da Morte (Todesküste) entlang. Die Gegend ist noch ländlicher, und es scheint, als ob die Industrialisierung nicht wirklich bis an diesen Zipfel Europas vorgedrungen ist. Alles ist hier sehr traditionell, man sieht viele (alte) Leute mit sehr sehr alten Maschinen und Geräten beim Arbeiten.

An einem der Kaps bleiben wir dann stehen und genießen die Sonne und den Blick aufs Meer. Zum Mittagessen bleiben wir in Laxe stehen, einem kleinen Ort am Meer, wo wir uns am Strand eine schöne Bräune auf die Haut brutzeln lassen. Das Wasser ist etwas zu kalt zum Baden, es hat geschätzte 15°C!

Den beeindruckendsten Teil der ganzen Küste sehen wir bei Muxia. Eine Kirche ist direkt ans Meer gebaut, die Wellen brechen an den großen Steinen an der Küste. Die Eindrücke sind eigentlich nicht zu beschreiben ... also am besten selber hinfahren. Schon allein deswegen lohnt sich eine Fahrt nach Galicien!!

Und dann ist es endlich so weit: wir sind am „Ende der Welt“ (Cabo Finisterra) angelangt. Nachdem wir am Tag vorher schon am nördlichsten Punkt Spaniens waren, sind wir jetzt am westlichsten Punkt (zumindest glaubte man das früher ... aber es ist immer noch fast der westlichste Punkt :-)). Ehrlich gesagt, haben wir uns das Ende der Welt etwas imposanter vorgestellt, aber egal. Außer den zahlreichen Buchten sieht man eigentlich nur sehr ruhiges Meer ...

Die Fahrt an der Küste zieht sich dann ziemlich, doch die Ausblicke entschädigen für alles. Da wir ziemlich spät am Abend nach Santiago de Compostela kommen, ist es ziemlich schwer, eine Unterkunft zu finden, doch nach einer Weile Suche werden wir doch noch fündig ... natürlich lassen wir es uns hier nicht entgehen, Meeresfrüchte zu essen, Galicien ist schließlich bekannt für beste Qualität! Die Stadtbesichtigung steht am nächsten Morgen auf dem Programm, und da muss natürlich die Kathedrale dabei sein, die wirklich schön ist. Man kann auch den Heiligen Jakob berühren, und da die Pilgerscharen ziemlich groß sind, muss man dementsprechend lange dafür anstehen. Aber man fährt schließlich nicht jeden Tag nach Santiago...

Danach fahren wir weiter auf die Illa de Arousa, eine kleine Insel in den Rías Bajas. Es ist auch ganz nett hier, aber mehr nicht. Deswegen verlieren wir keine Zeit und fahren nach O Grove, eine Halbinsel nicht weit davon. Hier sind gerade Feierlichkeiten rund um alles, was so im Meer schwimmt und was man essen kann. Es gibt riesige „Fresszelte“ mit allem, was man sich so vorstellen kann. Krake, Krebse, Fisch, Gambas ... Natürlich finden auch traditionelle Tanzaufführungen statt, alles in lokaler Tracht. Der Rest der Insel ist auch ziemlich schön, überall gibt es Sandstrände.

Einen kurzen Zwischenstopp an der Strecke legen wir in Combarro ein, einem kleinen Dorf, dessen Ortskern Nationalmonument ist, da es aus viele kleinen, alten Häusern besteht und unzählige Hórreos (Getreidespeicher) besteht. Nach einem kurzen Streifzug kommen wir dann in Pontevedra an, unserem nächsten Zwischen stopp. Die Stadt ist richtig sauber und herausgeputzt mit vielen Plätzen und netten Ecken. Mehr durch Zufall entdecken wir eine richtig urige Kneipe, wo wir dann die bekannten Weine der Region (Ribeiro und Albariño) probieren – und natürlich mal wieder vom Meeresgetier der Region essen.

Am nächsten Morgen fahren wir in das Örtchen Tui, das Grenzstadt zu Portugal ist. Ist ein nettes Städtchen – und natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, über die Grenze zu spazieren ... dort befindet sich in einer alten Festung der Grenzort Valenca do Minho auf portugiesischer Seite, in dem es anscheinend nur Geschäfte mit Handtüchern u.A. gibt (die komischerweise auch am Sonntag geöffnet sind). Nach einem Mittagessen in Portugal verlassen wir das Land wieder und machen uns auf den Rückweg.

Doch zuhause sind wir noch lange nicht. Zuerst machen wir einen Zwischenstopp in Ourense, was aber nicht wirklich sehenswert ist. Dafür umso mehr der Rest der Fahrt. Es gestaltet sich zwar etwas schwierig, den richtigen Weg zu finden – wir hätten uns wohl doch besser eine detaillierte Karte kaufen sollen – aber egal. Nach Ourense geht es so richtig ins Gebirge. Nach einer endlos scheinenden Fahrt (auf der wir so einige Zweifel haben, ob wir jemals wieder nach Burgos kommen ;-)) öffnet sich endlich der grandiose Blick wie im Reiseführer beschrieben. Wir befinden uns auf weiß-ich-nicht-wie-vielen-Metern Höhe und blicken in die gigantische Schlucht des Río Sil. Gut, ist mit dem Grand Canyon nicht zu vergleichen, aber immerhin! Die Fotos und Beschreibungen sagen natürlich mal wieder weniger als die erlebten Eindrücke ...

Wir fahren noch viele Kilometer in diesem Tal und an der Schlucht entlang, bis wir endlich wieder auf eine einigermaßen vernünftige und größere Straße kommen ... die dann auch die nächsten Stunden bis nach Burgos so bleiben soll ... Um 23 Uhr kommen wir dann ziemlich erdrückt von den ganzen Eindrücken wieder in Burgos an. Und ich kann euch nur empfehlen: schaut euch Galicien an!

9. Oktober 2006

Erstes Wochenende IN Burgos

Jetzt hab ich es wirklich mal geschafft, ein komplettes Wochenende in Burgos zu bleiben. Keine Ausflüge, sondern stattdessen mal das Nachtleben von Burgos kennenlernen. Am Freitag ist es dann nicht wirklich das Nachtleben von Burgos, sondern eine typische Erasmus-Studenten-WG-Party. Doch sowas dauert natürlich auch nicht nur bis um 3 oder 4 Uhr morgens. Danach geht es dann noch in die Stadt, in eine der Partystraßen. Aufgrund Müdigkeit (und Regen) mach ich dann allerdings nicht mehr mit, aber anscheinend soll es bis 8 Uhr morgens gedauert haben. (Für alle die es nicht wissen: Hier gibt es verschiedene Kneipenstraßen, die je nach Uhrzeit entweder total überfüllt oder menschenleer sind. Weggehtage sind Donnerstag und Samstag, den Freitag nutzen die meisten zum Relaxen. Vor 12 ist nirgends wirklich viel los, einige trinken gemütlich die ersten Bierchen in den Bars, die berühmten "botellons" beginnen – auf den Straßen und an den Plätzen wird v.a. von Jugendlichen Mitgebrachtes getrunken. Danach sind die Bars plötzlich voll, bis irgendwann die meisten Bars in der einen Gegend schließen, und die Leute in andere Straßen weiterziehen. Das kann dann schon mal bis 8 oder 9 Uhr morgens dauern...)

Am Samstag geht es dann in die „Llanas“, einige Straßen direkt im Zentrum, die eigentlich nur aus Kneipen bestehen. Wie das so üblich ist, überall ein Getränk, und weiter gehts! Und kaum ist man eine Woche in den Vorlesungen, schon kennt man ein paar Leute beim Weggehn, die dann wieder Leute kennen. Ziemlich kurios ist, dass anscheinend alle sofort auf den ersten Blick wissen, dass ich aus Deutschland komm ... schau ich wirklich so typisch deutsch aus? Anscheinend... Nur gut, dass die Deutschen hier allgemein einen relativ guten Ruf haben ;-)

7. Oktober 2006

Basketball vom Feinsten

Was für glücklich Umstände: Sarah (die Amerikanerin) ist über ein Austauschprogramm zwischen der Uni Boston und der Uni Burgos hier; deswegen hat sie hier eine Betreuerin für dieses Programm, die wiederum einen Bekannten hat, der anscheinend zuviel Geld hat oder sonst nicht weiß, wie er seine Eintrittskarten zu den Basketballspielen loswerden soll. Da wir ein solches Angebot natürlich nicht ausschlagen, ziehen wir los – bei strömendem Regen ... bis wir in der Sporthalle ankommen, sind wir trotz Regenschirm ziemlich aufgeweicht. Aber egal, schließlich haben wir Freikarten und sitzen auf der Haupttribüne, direkt unter den Kameras. Eigentlich hätten wir auch direkt am Spielfeld sitzen können (auf dem Foto rechts unten), doch von hier oben hat man einen besseren Überblick. Bis dahin haben wir keine Ahnung, wie hoch das Team aus Burgos spielt. Aber es ist folgendermaßen: In Spanien gibt es die Liga ACB, die nach der NBA als die beste Basketballliga der Welt gilt. Dann gibt es eine weitere Liga, LEB, die aber eine andere Vereinigung darstellt. Wie auch immer, LEB ist also sowas wie die zweite Liga. Also nicht unbedingt schlecht!


Das Team aus Burgos ist nicht in Topform an diesem Tag, sie verlieren – am Ende ziemlich knapp, es kommt fast zu Rangeleien wegen einigen brenzligen Situationen – gegen Melilla. Aber egal, war trotzdem richtig gut.

5. Oktober 2006

Amerikaner ...

Es gibt tatsächlich Amerikaner, die ein Vorurteil komplett bestätigen bzw. übertreffen: Heute hat mir Sarah, meine Freundin aus Amerika, die auch hier studiert, folgendes erzählt: sie hat mit einem anderen Ami geredet, der meinte, Spanisch sei wirklich schwierig und blabla, was aber eigentlich nicht sein dürfte, weil es ja die gleichen Buchstaben sind. Sie meinte dann, klar ist Spanisch einfacher als z.B. Chinesisch oder Russisch (klar, wie recht sie hat!). Und jetzt der Hammer: Der Typ ergänzte dann: ... und als Deutsch ... ähhhhh – wie blöd ist der Typ? Seit wann haben wir in Deutschland ein anderes Alphabet als der Rest der westlichen Welt? Hat sich wirklich soviel verändert in den letzten Wochen seit ich weg bin???!!! Tja, sie hat sich dann doch bisschen geschämt für diesen Typen, der (wie sie sagt) doch so ein bisschen den „typischen“ Amerikaner repräsentiert, der außer Amerika eben nicht wirklich was kennt ...

4. Oktober 2006

Die ersten Vorlesungen

Endlich ist es soweit – die Vorlesungen haben begonnen! Mein Stundenplan sieht ziemlich chaotisch aus, weil ich mir jetzt am Anfang einige Fächer mehr anhören möchte als ich machen muss. Aber eigentlich habe ich schon meine Favoriten ausgewählt ... doch dadurch wird der Stundenplan leider auch nicht schöner. Hab (bis auf eine Ausnahme) alle Vorlesungen am Nachmittag, was hier heißt, ab halb 4. Zwischendrin hab ich oft Pausen, aber heimgehen bzw. –fahren lohnt sich da auch nicht. Es ist hier anscheinend auch relativ normal, mal bis halb 10 (21:30 Uhr!!!) Vorlesung zu haben. Tja, versteh einer die Spanier und ihren Tagesablauf! Bis jetzt hab ich einen ganz guten Eindruck von den Professoren, die sind alle (bis auf einen) ziemlich gut drauf und freuen sich immer, wenn dann doch ausnahmsweise mal eine Erasmus-Studentin in der Vorlesung sitzt. ;-) Da ich in diesen Vorlesungen immer die einzige bin, bringen sie dann komischerweise oft irgendwelche Beispiele von Deutschland – ist eigentlich ganz witzig. Hilfsbereit sind sich auch, und alle bis auf einen gestalten ihre Vorlesungen sehr praxisorientiert und abwechslungsreich (zumindest die Fächer, die ich gewählt hab – hab schon anderes gehört). So vergeht auch die „Nachtschicht-Vorlesung“ schnell! Und ich glaub ich hab ganz interessante Fächer gewählt. Nur ein Prof nervt bisschen, denn der erwartet wirklich, dass man eigentlich alles mitschreibt, was er sagt. Dafür wiederholt er auch jeden Satz mindestens dreimal – ich glaub, jeder kann sich vorstellen, wie aufregend das ist! Eigentlich wär das Thema ja ganz interessant ... aber auch nur eigentlich :-).


Ich fühl mich also grad so ein bisschen wie eine Exotin hier in meinen Vorlesungen ... hat aber bis jetzt nur Vorteile. Einmal lern ich so viel mehr Spanier kennen (da hab ich keine Wahl!) und hab so bisschen einen Sonderstatus. Die Profs sind daher sehr aufgeschlossen, und die anderen lassen mich ihre Mitschriften kopieren – wie praktisch ;-).


Für alle IM-Studenten: Wenn ihr mal ein Semester lang keine Gruppenarbeiten oder Präsentationen machen wollt – kommt nach Burgos ;-).

30. September 2006

Baskenland incl. Int. Filmfestival

Wie die Zeit vergeht! Schon sind die zwei Wochen Sprachkurs wieder vorbei. Erst Mitte der zweiten Woche erfahren wir, dass an diesem Freitag kein Unterricht ist, also entscheiden wir spontan, dass wir gleich am Donnerstag nach dem Kurs unsere Sachen packen und ins Baskenland fahren. Wochenenden in Burgos gibt es schließlich im Winter auch noch genug.

Erste Station von uns vier Mädels (außer mir noch Sarah, eine Amerikanierin, und die beiden Deutschen Heidi und Christine) ist Bilbao, wo wir übernachten werden. Als wir ankommen, bleibt noch genug Zeit, um das berühmte Guggenheim-Museum zu besichtigen. Es ist zwar zur Zeit nur eine Etage geöffnet, aber egal, wenn man schon mal in Bilbao ist, muss man sich das leisten. Es findet auch gerade eine Sonderausstellung von Richard Serra statt, die aber doch etwas zuviel "Kunst" für mich ist ... naja, sowas muss man eben mögen, und ich glaub ich versteh eben doch zu wenig von Kunst :-).

Am Abend erkunden wir die Altstadt, die zwar nicht groß ist, dafür aber umso mehr Bars hat. Es sieht so aus, als ob die halbe Stadt in diesen engen Altstadtgassen unterwegs ist, und das lassen wir uns natürlich auch nicht entgehen! Am nächsten Morgen besteigen wir den „Hausberg“ von Bilbao, von wo aus man einen super Blick über die Altstadt hat. Gegen Mittag machen wir uns dann auf den Weg, um einige Orte an der Küste anzuschauen.

Das erste sehenswerte Städtchen ist Guernika/Gernika, das 1937 von der deutschen Luftwaffe in Schutt und Asche gebombt wurde. Picasso hat daraufhin sein berühmtes Werk „Guernika“ erstellt, das man (außer im Museum in Madrid) hier an einer Wand bewundern kann. Außerdem steht in Guernika der Stamm der tausendjährigen Eiche (und deren „Nachfolger“), der als baskisches Unabhängigkeitssymbol (und Nationalsymbol) gilt. Unter dieser Eiche hat früher der Ältestenrat getagt ... soviel also zur Geschichte!

Hier im Baskenland laufen außerdem die Polizisten (fast) alle mit der typischen roten Baskenmütze rum (so eine hab ich jetzt auch ... aber keine Angst, nur als Souvenir, nicht als tägliche Kopfbedeckung!), an so gut wie jeder Hausmauer sieht man ein Graffiti, das die baskische Unabhängigkeit verlangt und alles Geschriebene sieht ziemlich unaussprechlich aus (zur besseren Vorstellung einige Wörter: bisitarientzako, batzarretxearen, eleizkizunetarako, eraikintxo usw.; ja, diese Wörter gibt es wirklich, und noch viel mehr davon). Sarah meint, es hört sich eigentlich wie Deutsch an – naja, fast ;-).

Als nächstes bleiben wir in Lequeitio/Lekeitio stehen. Außer der für spanische Dörfer typischen Altstadt hat der Ort einen kleinen aber feinen Hafen und einen wunderbaren Strand – wie eigentlich jeder Ort hier an der Küste. Nachdem wir uns hier kurz aufgehalten haben, machen wir uns auf Quartiersuche, was aber gar nicht so einfach ist. Eigentlich wollen wir in San Sebastián/Donostia übernachten, doch wegen des Internationalen Filmfestivals ist dort keine günstige Unterkunft mehr zu bekommen. Schließlich finden wir freie Betten in Zarautz, nicht weit von San Sebastián.

Mit dem Auto fahren wir dann nach San Sebastián rein und finden natürlich keinen kostenlosen Parkplatz. Aber da schließlich Filmfestival ist ... Zuerst flanieren wir am Strand entlang, danach genießen wir vom Monte Urgull einen Blick über die Küste und die Stadt, bevor wir uns in die Altstadt vergraben und darauf warten, dass das Filmfestival so richtig auf Touren kommt. Angeblich kommen um kurz vor 22 Uhr die Stars am roten Teppich an, und das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen! Um kurz nach 21 Uhr machen wir uns auf den Weg und als wir am Kongresszentrum beim Roten Teppich ankommen, haben wir Glück und stehen in der ersten Reihe, dort, wo die Promis aus den Limousinen aussteigen! Ich bin ja nicht so bewandert in der Filmbranche, aber schon bald kommen die ersten Stars, Regisseure, Schauspieler und was eben alles wichtig ist. Mit dabei auch Matt Dillon, der an diesem Abend eine Auszeichnung bekommt (neuester Film: Crash). Und das wird mir jetzt keiner glauben, aber er stand genau vor mir! (Das Foto ist echt und von mir!) Blöderweise hat er hier bei uns nur zwei Autogramme gegeben, von denen ich keins bekommen hab :-(. Aber egal, die Fotos und das Gefühl müssen reichen. Die Limousinen waren übrigens deutsche Wertarbeit – VWs mit deutschem Kennzeichen ;-)

Am Samstag ist das Wetter leider nicht so toll, am Morgen regnet es, und deswegen beschließen wir, nicht mehr an der Küste zu bleiben, sondern nach Süden Richtung Vitoria-Gasteiz zu fahren. Auf dem kurvigen aber wirklich sehenswerten Weg (bergig, alles grün, im Hintergrund Gebirge) kommen wir am Monasterio de Loyola vorbei, das Kloster vom Heiligen Ignatius, dem Gründer des Jesuitenordens. Danach fahren wir nach Arantzazu und Oñati, wo ich zwei Wochen vorher schon mal war. In Oñati findet gerade ein Markt statt, mit vielen Ständen mit Gemüse und Süßwaren, aber es scheint auch irgendwie eine Viehausstellung mitten im Ort zu sein. Fast alle Einwohner, auch die kleinsten Kinder, laufen in einer typischen Tracht durch die Straßen.

Danach schauen wir uns noch Vitoria an, aber da ich darüber auch schon mal geschrieben habe, erspare ich mir das hier. Auf jeden Fall war es wieder ein ereignisreiches Wochenende, an dem ich viel von Spanien gesehen habe – wieder ein Stück auf der Landkarte, das ich abhaken kann!

Zum Weggehen am Samstag Abend sind wir vier dann etwas zu müde ... aber dazu bleibt noch genug Zeit!

24. September 2006

Kantabrien-Rundfahrt

Endlich wieder Wochenende! Der Spanischkurs haut keinen so richtig vom Hocker, also planen wir schon die halbe Woche, was wir denn am Wochenende anstellen könnten. Schließlich beschließe ich, mit ein paar deutschen Mädels und einer Studentin aus Amerika durch Kantabrien zu fahren. Nur blöd, dass am Donnerstag in Galizien die Schule wegen einem Sturm ausfällt ... Kantabrien ist davon ja auch nicht weit weg. Egal, wird schon klappen. Irgendwas werden wir schon mitnehmen – und wirklich sollen wir eigentlich das ganze Wochenende Glück mit dem Wetter haben!

Also geht’s am Freitag gleich nach dem Kurs los. Die Landschaft nördlich von Burgos ist noch ziemlich öde, doch schon bald fahren wir ein wirklich eindrucksvollen Felslandschaften vorbei. Kurze Zeit später kommen wir an den Ebro-Stausee, in dem auch einige geflutete Dörfer zu sehen sein sollen. Doch wir sind auf der „falschen“ Seite, also fahren wir weiter. Erster Höhepunkt der Reise, den wir nach einer Fahrt durch sehr hügeliges oder besser schon gebirgiges Geländer erreichen (das irgendwie schon wie in Deutschland oder auch Irland aussieht), sind die Cuevas de Puente Viesgo. Das sind Höhlen, die vor über 100 Jahren entdeckt wurden, die ca. 15.000 Jahre alte Felszeichnungen. Wir besuchen die Cueva de Castillo. Es ist echt wahnsinnig beeindrucken, die riesigen Stalagmiten und Stalagtiten – und natürlich die Felszeichnungen zu sehen. Ich versteh zwar nicht alles von der Führung, aber auch die Geschichte dazu ist interessant. Leider darf man dort keine Fotos machen...

Nach diesen wahnsinnigen Eindrücken fahren wir weiter nach Santander, wo wir auch die Nacht verbringen werden. Endlich sehen wir auch das Meer! Nach kurzer Suche nach einer günstigen Unterkunft spazieren wir erstmal die Strandpromenade entlang. Ist schon schön, am Meer zu sein... Die Stadt selber ist nicht so wirklich der Wahnsinn, ist halt eher eine junge Stadt. Aber natürlich müssen wir noch die Kathedrale anschaun, die aber echt hässlich ist. Es gibt aber schöne Gebäude, doch komischerweise ist jedes davon eine Bank – und ein riesiges Casino, das eher ein Palast ist! Wir finden trotzdem ein gemütliches Viertel mit vielen Bars, die halbe Stadt sitzt auf den Treppen an den Plätzen und trinkt gemütlich ein Bierchen oder ein Glas Wein – wirklich tolles Ambiente!

Am Morgen nutzen wir dann gleich mal das tolle Wetter und einen ausgiebigen Strandspaziergang gemacht. Auf der Península de Magdalena, die eigentlich nur aus Park besteht, wandern wir dann auch noch rum, dort findet an den Wochenende Tennis-Davis-Cup statt – dementsprechend viele Leute sind also unterwegs! Gefrühstückt wird dann in der Sonne am Strand, mit Blick aufs Meer – sensationell! Schon allein wegen dem Strand ist die Stadt einen Besuch wert.

Mittags brechen wir auf, um einige Örtchen an der Kantabrischen Küste zu entdecken. Das erste, das wir erreichen, ist Santanilla del Mar. Das komplette Dorf ist mittelalterlich, mit Häusern aus Stein, und steht komplett unter Denkmalschutz. Wirklich nett! Liegt dann auch nicht fern, dass bei der Kulisse an dem Tag eine Hochzeit nach der anderen stattfindet!

Den nächsten Stop legen wir in Comillas ein, einem kleinen Städtchen an der Küste. Die Altstadt sieht auch sehr gemütlich aus. Hier steht auch ein Gebäude von Gaudí. Danach besuchen wir noch San Vicente de la Barquera, wo eine steinerne Arkadenbrücke steht. Ziemlich reizvolles Städtchen!

Spätnachmittags brechen wir dann auf Richtung Picos de Europa, der größte Gebirgszug der Kantabrischen Kordillere (immerhin mit Bergen von ca. 2.600 m Höhe). Schon von der Küste sehen die Berge wirklich beeindruckend aus, jedoch noch mehr, als wir uns durch eine enge Schlucht mitten hineinschlängeln. Auf beiden Seiten der Straße ragen die Felsen empor, ab und zu queren wir in engen Kurven das kleine Flüsschen bis wir schließlich Potes erreichen, einen kleinen Ort mitten im Gebirge, der aber hier noch einer der größeren ist und auch dementsprechend viele Gäste hat. Da ich einen super Reiseführer hab, finden wir auch gleiche eine sehr günstige Pension und machen uns auf den Weg, um für den Rest des Abends den Ort ein bisschen zu erkunden. Wirklich gemütlich, wie überall hier in der Gegend viele Steinhäuser, Kopfsteinpflaster und enge Gassen.

Am nächsten Morgen, als wir auf einen der Berge ca. 20 Kilometer weiter wollen, ist das Wetter leider nicht wirklich super, es schüttet und stürmt, die Seilbahn hat auch erst mal geschlossen. Also fahren wir den Weg wieder zurück nach Potes und frühstücken erst noch gemütlich. Wie schon am ganzen Wochenende haben wir Glück, der Himmel reißt auf – also wieder auf nach Fuente Dé und mit der Seilbahn (die schlappe 12,50 € kostet!) rauf auf den Berg, auf über 1.800 m. Obwohl das Wetter gut ist, weht ein wirklich starker Wind, die Temperatur hier oben ist 5 Grad, also mit Wind gefühlte -10 Grad oder so. Egal. Die tolle Aussicht von hier oben entschädigt, und natürlich machen wir eine kleine Wanderung, solange bis uns die Ohren abfrieren... Schon beeindruckend, die Berge, aber trotz der ganzen Felsen ist es doch am Fuß der wirklich hohen Spitzen noch grün. Zum Glück gibt’s da oben auch ein Café mit heißer Schokolade zum Aufwärmen!

Auf der Fahrt nach unten treffen wir wieder die Kühe und Pferde auf der Straße, denen wir schon auf der Hinfahrt begegnet sind – etwas kurios hier. Und es dauert auch noch einige Zeit, bis wir aus den Picos de Europa heraus sind. Unter anderem überqueren wir noch einen Gebirgspass und fahren an vielen uralten Dörfern vorbei. Schon idyllisch hier oben! Püntklich als wir den Nationalpark einigermaßen verlassen haben, fängt es auch schon wieder zu regnen an ... und als ich zuhause bin, erfahre ich, dass es in Burgos das ganze Wochenende ziemlich regnerisch und kalt war...

19. September 2006

Erster Tag an der Uni

Als ich gestern zum ersten Mal, seit ich in Spanien bin, relativ früh aufstehe (um halb 8), ist es noch ziemlich dämmrig und frisch. Das ist also der Grund, warum es abends so lange hell ist ;-) ... hier doch ein Stück westlich von Deutschland geht die Sonne logischerweise um einiges später auf und unter.


Also mache ich mich auf den Weg an die Uni, wo eine Informationsverstaltung für sämtliche ausländische Studenten stattfindet. Doch zuerst müssen wir uns eine Stunde lang einem Spanischtest unterziehen, der dann als Einstufung für den zweiwöchigen Kurs zählt. Danach überschütten sie uns mit Informationen, die ich alle verstehe ... ok – die beiden reden auch etwas langsamer und deutlicher als normal. Aber egal. Es wird schnell klar, dass Deutschland und Frankreich die Hauptfraktionen bilden. Von insgesamt etwa 90 Austauschstudenten (von denen aber erst etwa die Hälfte hier ist) sind etwa 20 oder 25 aus Deutschland, mindestens genauso viele aus Frankreich. Der Rest verteilt sich auf Mexiko, Brasilien, USA, Großbritannien, Italien, Polen, einige Asiaten und andere. Naja, gar nicht so gut, dass so viele Deutsche da sind ... jetzt am Anfang bilden sich automatische kleine „Ländergrüppchen“. Aber ich hoffe das ändert sich schnell. Die Franzosen schaden gar nicht, so kann ich wenigstens mein Französisch ein bisschen verbessern.


Als der Spanischkurs anfängt, bin ich doch ein bisschen überrascht, dass die meisten ziemlich gut sprechen können. Es sind nur ganz wenige dabei, die wirklich nur ein paar Brocken können. Ich bin in einem Kurs mit ziemlich hohem Niveau. In der Vorstellungsrunde bin ich eine der wenigen, die etwas im betriebswirtschaftlichen Bereich studiert; die meisten studieren Lehramt Spanisch und noch was – daher auch die guten Spanischkenntnisse! Aber verstehen tu ich die alle, ich kann eben nur noch nicht so flüssig reden wie verstehen. Wird schon werden die nächsten Tage und Wochen...


Am Abend dann die erste kleine Party mit den Austauschstudenten in einer Wohnung eines Deutschen – natürlich sind hauptsächlich Deutsche und Franzosen da, aber zum Glück reden wir doch relativ viel Spanisch – auf Englisch greift hier niemand zurück (aber wer erwartet das von den Franzosen?! ;-)). Liegt wohl doch daran, dass alle ziemlich gut Spanisch sprechen können!

17. September 2006

Vitoria-Gasteiz

Da das Wetter gerade nicht so der Wahnsinn ist (es ist ziemlich kalt und windig, auch meistens bewölkt), weckt eine Ausflug an die Nordküste Spaniens nicht gerade mein Interesse. Aber da ein Wochenende in der Wohnung auch nicht wirklich aufregend ist, muss eine Lösung her. Also entscheiden wir – Aurora und ich – nach Vitoria-Gasteiz zu fahren. Die Stadt ist Hauptstadt einer Provinz im Baskenland. Auf der Fahrt merkt man schon, dass sich von Kilometer zu Kilometer das Klima ändert. Die Hügel werden Grüner, ab und zu sieht man auch schon mal die ein oder andere Wiese. Und je näher wir and Vitoria kommen, umso fruchtbarer wird das Land. Man sieht Kühe auf den Weiden – die ersten, die ich hier in Spanien sehe!!! Die Landschaft erinnert schon ein bisschen an zuhause; hügelig, grün, bewaldet. Vitoria selbst schein auf den ersten Blick sehr industrielastig zu sein – zumindest die Vororte machen den Eindruck. Doch der täuscht natürlich gewaltig. Hier oben im Baskenland läuft die Wirtschaft rund, und das merkt man auch an der Stadt. Alles ist super gepflegt, überall sieht man Parks und Grünanlagen. Die meisten Häuserreihen sind gut renoviert. Doch auf der anderen Seite gibt die Sprache ziemliche Rätsel auf – unaussprechbar, wenn man die Wörter sieht, eine Mischung aus Chinesisch und Russisch ... oder so ähnlich :-). Aber die meisten sprechen ganz normales Spanisch, doch zwischendrin fängt man ein paar Sätze auf baskisch ein – komisch, komisch...

Wir finden gleich einen Parkplatz in der Nähe des Zentrums und machen uns gleich auf den Weg dorthin. Die Gassen sehen wirklich bezaubernd aus. Doch da es Samstag Nachmittag ist und Aurora wegen ihrer Arbeitszeiten sonst nie Zeit zum Shoppen hat, gehen wir erstmal ins Einkaufszentrum. Und das ist wirklich ein Zentrum. Hunderte von Läden, über drei Stockwerke und hunderte Meter Länge verteilt. Sowas hat man noch nicht gesehen! Meine Mitbewohnerin schlägt dann auch gleich richtig zu, ich habe in den Menschenmassen nicht wirklich Lust zum Einkaufen – außerdem fehlt ja einem Studenten grundsätzlich das Geld für sowas...

Es ist schon ziemlich spät, als wir uns auf die Suche nach einer günstigen Pension bzw. einem Hostal machen – schließlich finden wir ein relativ günstiges im Zentrum. Endlich was essen! Inzwischen ist die Stadt auch aufgewacht – am Nachmittag hat man kaum Leute auf der Straße gesehen, aber jetzt lebt die Stadt. Wir ziehen von Bar zu Bar wie das hier in Spanien so üblich ist, hier ein caña oder cerveza, dort ein paar pinchos, und so geht das den ganzen Abend, bis wir irgendwo hängenbleiben. Schließlich fallen wir todmüde ins wirklich gemütliche Bett...

Am Sonntag steht dann das Touristenprogramm an. Wir spazieren durch die Straßen und finden auch gleich ein kleines Café in der Fußgängerzone, wo wir ein paar Häppchen frühstücken. Vitoria hat nicht wirklich großartige Sehenswürdigkeiten zu bieten, außer vielleicht die Kathedralen. Aber der Allgemeineindruck ist sehr schön. Allein schon die vielen kleinen Parks, die liebevoll angelegt sind, oder die zahlreichen Alleen. Außerdem stehen dort wirklich sehenswerte (und offensichtlich ziemlich teure) Häuser oder besser Villen rum. Man sieht eben einfach den Wohlstand in der Stadt. Auch an der Vielzahl der Geschäfte in der Innenstadt. In den Gassen der Altstadt reiht sich eine Bar an die andere. Inzwischen ist die Sonne rausgekommen und es ist angenehm warm.

Nach vielen Kilometern, die wir durch die kleinen Straßen der Stadt gegangen sind, entscheiden wir uns, noch ein S
tück weiter in den Norden zu fahren. Die Gegend ist wunderschön, ziemlich hügelig, aber alles bewaldet oder Weidefläche. So schlängelt sich die Straße weiter, bis wir Oñati erreichen, ein kleines Städtchen zwischen Vitoria und San Sebastian. Es liegt wirklich malerisch zwischen den Hügeln. Wir machen einen kleinen Rundgang durch die Stadt, bis wir an den Hauptplatz kommen, wo gerade eine Fest im Gange ist – wie es scheint, für sämtliche Kinder der Stadt, die in Trachten gekleidet sind. Zufällig treffen wir dann Bekannte von Aurora, die uns dann – wie nicht anders zu erwarten – von einer Bar in die nächste schleppen ... als Autofahrer muss man da wohl oder übel etwas anderes als Bier oder Wein trinken (was aber um diese Tageszeit – früher Nachmittag – nicht allzu schwer fällt). Wir essen noch in dem Ort und fahren dann weiter, ein Stück bergauf, wo in der äußerst reizvollen Landschaft und am definitiven Ende der Straße eine Basilika (und ein paar Hotels) steht, die doch etwas merkwürdig ist für Spanien ... sehr avantgardistisch und Geschmackssache. Daneben ein wirklich häßliches Kongresszentrum – naja, gut dass die Landschaft und die Aussicht dafür fantastisch sind. Ein kleiner Spaziergang (obwohl man hier angeblich super wandern kann) reicht dann auch für dieses Wochenende und wir machen uns auf den Weg zurück nach Burgos. Ich bin schon gespannt, wie der Rest des Baskenlandese und Nordspaniens aussieht und freu mich auf die nächsten Wochenenden!

10. September 2006

Spanische Fiesta

Das Wochenende ist richtig aufregend. Ich erlebe Spanien quasi von seiner natürlichsten Seite. Im Heimatdorf meiner Mitbewohnerin Aurora, Sotillo del Rincón, findet ein großes Fest statt, wie sie hier in Spanien eigentlich alltäglich sind. Jedes Dorf hat zwei Heilige, also wird zweimal im Jahr ein riesiges Fest ausgerichtet – aber nicht nur an einem Abend, sondern von Donnerstag bis Sonntag. Außer diesen Festlichkeiten ist dann in dem Dorf nicht viel los. Wir sind also am Samstag nach Sotillo del Rincón gefahren, ca. 130 Kilometer südöstlich von Burgos. Dort war die Party schon voll im Gange als wir angekommen sind, und das um 2 Uhr nachmittags. Das ganze Dorf ist anwesend, egal ob Kleinkind oder Rentner. Jeder trinkt und tanzt und ist total ausgelassen. Die Spanier sind ja generell sehr temperamentvoll, aber mit sowas hab ich nicht gerechnet. Aurora kennt natürlich das ganze Dorf, und es dauert auch eine Zeit, bis sie mir alle vorgestellt hat. Die nehmen mich auch gleich ganz herzlich auf, von Deutschen haben die Spanier ja sowieso schon mal eine gute Meinung. Unzählige Leute sind Verwandte von Aurora, und mit denen ziehen wir dann am Nachmittag (hier in Spanien Mittagessen) zum Haus von Auroras Eltern. Dort wird dann einige Stunden lang gegessen ohne Ende und noch mehr getrunken (es gibt typische Gerichte aus der Region, ich muss anstandshalber und natürlich auch aus Neugier den Eintopf aus Bohnen, Schweineohren, Zunge und Schwanz probieren; außerdem gibt es eingelegtes Kalbsfleisch, einen Eintopf mit Stierfleisch, Muscheln, Chorizo und eingelegtes Gemüse – eigentlich alles richtig lecker bis auf die Ohren, Zunge und den Schwanz!), und schon geht es wieder zurück ins einzige Wirtshaus im Dorf, wo die Band schon wieder spielt. Das Dorf und die ganze Gegend ist wirklich schön, überall Hügel, die mit Pinien und anderen Bäumen bewaldet sind, ein kleiner Fluss, der das Dorf in „arriba“ (oben) und „abajo“ (unten) teilt, und die ganzen kleinen Häuschen mit niedlichen Gärten und wirklich liebevoll gepflegt. Die Leute sind sehr aufgeschlossen und herzlich, im Dorf stehen generell alle Türen den ganzen Tag offen. Das Dorf ist nur im Sommer wirklich bewohnt, im Winter wohnen fast alle der ca. 1.000 Einwohner im nahegelegenen Soria, da es in Sotilla wirklich kalt ist und das Dorf dann wie ausgestorben ist.


Wir tanzen und trinken gemütlich weiter. Hier ist es üblich, dass eine Person gleich immer für die ganze Runde bestellt, plötzlich hat man wieder ein neues Bier in der Hand. Es ist überhaupt wirklich faszinierend, wieviel die Spanier trinken! Ich glaub, die trinken ernsthaft mehr Bier als wir in Bayern! Und das zweite Laster ist das Rauchen. Die Leute, die ich sehe und kennenlerne und nicht rauchen, kann ich an einer Hand abzählen. Aber das tut ja der Stimmung keinen Abbruch, alle tanzen und feiern bis früh am Morgen, einige gehen mal für ein paar Stunden kurz schlafen und tauchen dann plötzlich wieder auf.



Am nächsten Morgen bzw. Mittag nach dem Aufstehen und einem kleinen Frühstück gehen wir durchs Dorf, wo alle schon wieder in irgendeinem Garten oder auf einer Bank sitzen. Kurze Zeit später sind wieder alle im Wirtshaus, die Älteren kommen von der Kirche, die gleich daneben ist und wo am Sonntag die Prozession für den Dorfheiligen stattfindet (hier läuten sie die Kirchenglocken noch manuell!). Die meisten sind noch etwas angeschlagen und trinken Wasser oder Cola, doch dann gibt es die wirklich hartgesottenen, die schon wieder ein Bierchen nach dem anderen trinken. Der Wirt und einige Männer vom Dorf kochen bei offenem Feuer in einem riesigen Topf für das halbe Dorf irgendeinen Eintopf. Gegen 2 oder 3 Uhr verschwinden dann viele nach Hause zum Mittagessen. Bei uns gibt es Fischsuppe, eingelegte Sardellen, einen Eintopf mit Stierfleisch (von einem Stier, der einem Stierkampf zum Opfer fiel) und Melone. Sehr lecker.


Kurz danach machen wir uns wieder auf dem Weg zurück nach Burgos, aber nicht ohne dass uns die Eltern von Aurora noch leckere Chorizo und Gemüse einpacken. Auf dem Weg zurück fahren wir bei der alten Arbeitsstätte von Aurora vorbei, einem sehr gemütlichen Campingplatz im Wald, wo sie an der Bar gearbeitet hat. Außerdem steht dort ein Häuschen mitten zwischen den Bäumen, wo ihr Ex-Freund wohnt. Dieses Haus ist richtig klasse – total abgelegen und versteckt, wie man sich ein Hexenhäuschen vorstellt (aber mit Kühlschrank, Fernseher und Badewanne)!


Müde kommen wir dann nach einem fantastischen und erlebnisreichen Wochenende wieder in Burgos an ... und es wird bestimmt nicht das letzte Fest gewesen sein. Die Dorfbewohner sagen alle, ich soll mit Aurora wiederkommen. Bestimmt!

7. September 2006

Burgos

Nach hügeligem Gelände, vorbei an mehreren kleinen Städten und Dörfern, erreiche ich nach fast 4.000 Kilometern Fahrt schließlich Burgos – das Ziel der Reise und Aufenthaltsort für das nächste halbe Jahr. Von der Straße aus sieht man über die Stadt, die ca. 170.000 Einwohner hat und somit relativ überschaubar ist. In Spanien ist sie sehr bekannt, weil Nationalheld El Cid hier geboren wurde. Außerdem liegt die Stadt am Camino de Santiago, dem ca. 800 Kilometer langen Weg, der durch ganz Nordspanien bis nach Santiago de Compostella führt, und den viele Pilger zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto nehmen (dementsprechend viele Pilger, bepackt mit riesigen Rucksäcken, sieht man hier).


Als ich am Plaza Mayor aus der Tiefgarage komme, fühle ich mich gleich ziemlich wohl. Etwa 30 Grad, Sonnenschein, und ein wunderbarer weiter Platz mit tollen Häusern. Nur wenige Meter weiter die Kathedrale, wirklich ein Prachtbau, und die drittgrößte in Spanien; gleich dahinter geht es hinauf zu den Ruinen der Burg, von der man die gesamte Stadt überblicken kann. Am kleinen Fluss Arlanzón liegt eine wunderbare Promenade. Die vielen kleinen Geschäfte in den Gassen, die größtenteils Fußgängerzone sind, laden zum Bummeln ein, die Cafés und Bars werde ich in den nächsten Monaten bestimmt zur Genüge unter die Lupe nehmen können. Nach einem kurzen Rundgang bin ich ziemlich erleichtert, denn ich hatte ja keine Vorstellung, was mich hier erwartet. Aber ich kann sagen, dass die Stadt sehr zum Wohnen einlädt, sehr freundlich ist und ich mich hier äußerlich schon mal sehr wohlfühle. Der Rest hängt dann von anderen Faktoren ab ...

Jetzt mache ich mich auf die Suche nach der Pension, die der Reiseführer anpreist. Ich werde nicht enttäuscht, sie liegt direkt in der Innenstadt, ist wirklich günstig, und auch sehr sauber. Endlich mein eigenes Zimmer, ohne irgendwelche Zimmernachbarn. Trotzdem ist es immer noch keine feste Bleibe.


Nachdem ich mich mit einer Karte der Stadt und einigen Informationen vom Tourismusbüro ausgestattet habe, muss eine Karte fürs Handy her – denn ohne lässt sich schwer eine Wohnung finden. Der nächste Weg führt an die Uni. Sie befindet sich etwas außerhalb vom Zentrum und ich bin wirklich überrascht – neue Gebäude und sehr überschaubar. Doch schon bald erfahre ich, dass die Uni ca. 10.000 Studenten hat. So ziemlich jede Fakultät hat ihr eigenes Gebäude, und die sind alle ein bisschen verstreut.


Unglücklicherweise bin ich doch etwas früh dran Anfang September, die meisten Infos für die Austauschstudenten sind noch nicht zusammengestellt, also auch nicht eine aktuelle Liste mit Wohnungen. Auch die meisten Mitarbeiter der Uni sind noch im Urlaub ... also mache ich mich mehr oder weniger auf eigene Faust auf die Suche und rufe einige Nummern an, die an verschiedenen Schwarzen Brettern angeschlagen sind. Leider sind die meisten Wohnungen davon schon weg. Ich bin außerdem noch etwas unschlüssig, ob ich eine Wohnung in der Nähe der Uni oder im Zentrum nehmen soll – hat beides Vor- und Nachteile, auf jeden Fall soll es eine WG mit SpanierInnen sein.


Da sich im Bereich der Uni außer ein paar neuen Wohngebieten auf den ersten Blick nicht viel Aufregendes befindet, entscheide ich mich schließlich für das Zentrum, die Preise variieren kaum nach Wohngebiet, eher nach Ausstattung der Wohnung. Die erste Wohnung, die ich besichtige, liegt ca. 10 Minuten zu Fuß von der Innenstadt im engeren Sinn in einer sehr ruhigen Gegend: keine Hauptverkehrsstraßen, wo es tagsüber laut ist, keine Kneipengegend wo es nachts laut ist, und in einem neu renovierten Haus. Sie ist im fünften Stock mit Blick über die Stadt und auf die Burg und Kathedrale, hat außer den drei Schlafzimmern zwei Bäder, eine Küche und ein geräumiges Wohnzimmer. Bewohner sind zwei sehr nette Spanierinnen, die Miete passt auch. Hört und schaut sich alles ziemlich perfekt an. Ich sage noch nicht zu, überlege noch ein paar Tage. Blöderweise ist an der Uni auch nichts zu bekommen am Wochenende und die Nummern, die ich habe, erreiche ich entweder nicht oder die Wohnungen sind schon weg – schließlich sage ich am Sonntag zu und ziehe auch gleich ein. Wie es der Zufall so will, kann ich vor der Haustür kostenlos parken ... Endlich wirklich am Ziel!


Also erstmal auspacken – und Wäsche waschen! Das Zimmer sieht noch ziemlich unbewohnt aus, also kaufe ich in den nächsten Tagen noch einige Dekosachen, damit ich mich dann auch aufhalten kann hier – und fleißig spanisch lernen kann. :-)


Meine Mitbewohnerinnen arbeiten beide und sind ca. 30 Jahre alt. Die eine, Cristina, ist Anwältin, sie spricht auch englisch und italienisch, ist aber meistens nicht in der Wohnung, da sie normalerweise bei ihrem Freund wohnt. Die andere, Aurora, arbeitet bei einer Telefongesellschaft und kann nur spanisch. Sehr gut, dann muss ich mich also richtig reinhängen. Klar, unsere ersten Gespräche verlaufen auf eher niedrigem Niveau, es ist ziemlich schwierig auszudrücken, was man denkt und sagen will. Aber das wird schon werden. Sie hilft mir auch gleich, einen Internetanschluss zu organisieren.


Gleich um die Ecke befindet sich ein großer Supermarkt, in dem man wirklich alles bekommt, was man zum Leben braucht. Es gibt auch viele deutsche Marken hier, mehr als ich erwartet hab. Ein paar Straßen weiter ist gleich ein Lidl, der wirklich genauso aussieht, wie in Deutschland, es gibt auch viele Marken mit deutscher Aufschrift! Außerdem hab ich auch schon einen Spar entdeckt. Aber viel interessanter sind die kleinen spanischen Läden, die oft nur wie ein etwas größerer Gang aussehen und in die nur ein paar Leute reinpassen. Ungefähr in jeder noch so kleinen Straße ist ein Obst- und Gemüseladen und irgendein Schreibwarenladen. An vielen Ecken dann die Tabakgeschäfte, und an den größeren Straßenkreuzungen Zeitschriftenstände. Das kurioseste Geschäft, das ich bis jetzte gesehen habe, ist eine Eiergeschäft. Ja, richtig gelesen, ein Geschäft, in dem es stapelweise Eier zu kaufen gibt – und zwar nur Eier!


Ein bisschen komisch ist auch, dass es bei Hosen hier generell nur eine Einheitslänge gibt – und die ist natürlich für mich etwas zu lang. Also was machen? Gut, Jeans kann man raufkrempeln ... aber Stoffhosen? Hier ist es für viele ganz normal, nach dem Einkaufen als erstes zu einer Art Näherei zu gehen und sich die Hosen kürzen zu lassen!


In den nächsten Tage gehe ich viel durch die Stadt und schau mir die Straßen, Läden und Leute an. Ansonsten hab ich im Moment nicht viel zu tun, da mein Spanischkurs erst Mitte September anfängt und ich doch früher als geplant angekommen bin. Erst denke ich darüber nach, noch an die Küste im Norden zu fahren, doch dann bin ich erstmal froh, nicht viel zu tun zu haben und nicht ständig auf der Reise zu sein. Für Ausflüge kommen noch genügend Wochenenden ... ich genieße also erstmal meine vorübergehend neue Heimat und das schöne Wetter. Wenn ich meiner Mitbewohnerin glaube, ist es nämlich nicht normal, dass es um diese Jahreszeit noch so warm und schön ist. Es könnte also jederzeit Herbst werden, was hier in Nordspanien ganz normal ist, genauso wie Winter ... hier herrscht Kontinentalklima, und es ist eben nicht das ganze Jahr heiß.


Das spanische Fernsehprogramm hab ich auch schon getestet – es kommt mindestens genauso viel Unsinn wie in Deutschland. Ich versteh natürlich nicht wirklich alles, doch das wird schon werden. Bei den Serien und Filmen gibt es meistens Untertitel, das erleichtert es um einiges. Außerdem haben wir CNN, da kann ich zumindest mal die Nachrichten auf englisch schauen. Dann gibt es auch Eurosport, mal auf englisch, mal auf deutsch, und VivaPlus auch. Und der Hammer überhaupt: in Spanien haben sie ernsthaft den schlechtesten deutschen Fernsehsender überhaupt: 9Live!! Naja, wenn sie sonst nix zu tun haben ... ;-)